Astilbe
Astilbe arensii u.a.
(Saxifragaceae)
GR-Fr 💧2-3, ☀️hs-abs, 60-80 cm, VI-VIII
Sandig-sehr humos, pH 5,5-6,5, NPK+++(-Ca), Z5,
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Astilben, oder auch Prachtspieren, stammen vornehmlich aus Ostasien und wachsen dort an feuchten Standorten und in lichten Wäldern. Sich mit der Züchtungsgeschichte zu befassen macht wahrlich keinen Spaß. Die schönsten Sorten für den Garten sind Hybriden von chinesischen, japanischen oder koreanischen Eltern. Viele stammen von Georg Arends (Astilbe x arendsii).
Alle sind mehr oder weniger kalkempfindlich, das wird sehr oft nicht erwähnt. Es lohnt sich aber sehr darauf zu achten, denn das hat wirklich großen Einfluß auf einen schönen Wuchs. Astilben sind grundsätzlich nämlich sehr langlebige Pflanzen. Ebenso lohnt es sich auf den Blühzeitpunkt der Astilben bei der Auswahl zu achten, neben erheblichen Größen- und Farbunterschieden (Knallfarben sind nicht jedermanns Sache).
Die Blütenstände lasse ich gerne im Winter stehen, sie sehen bei Raureif aus als wollten sie nochmals blühen. Die Stauden treiben im Frühjahr erst spät (ab frühestens Mitte April, manchmal auch erst im Mai) bronzefarben oder rötlich aus, deshalb sind Pflanzschilder eine gute Idee.
Pflanzen
Alle Astilben mögen leicht saure, frische, gerne auch lehmige Böden. Kalk wird zwar von vielen Arten toleriert, für einen kräftigen Wuchs ist ein leicht saurer Ph-Wert allerdings wichtig. Zudem brauchen die Pflanzen einigermassen gleichmässige Feuchtigkeit, einen zumindest halbschattigen Platz und einen humusreichen Boden, wie in den Wäldern in denen die ursprünglichen Arten wachsen. Nur wenige Arten vertragen volle Sonne und dies nur, wenn der Boden wirklich ausreichend feucht ist. Dann können die kleineren Arten tatsächlich auch als 'Bodendecker' eingesetzt werden, sonst kann ich mir das, obwohl oft gepriesen, kaum vorstellen.
Gut kommt abgelagerter Kompost, Hornspäne oder etwas Rhododendron-Erde an, mit der die Pflanzerde gemischt werden kann. Der Boden muss unbedingt humusreich und mindestens frisch sein - das ganze Jahr über. In halbschattigen oder absonnigen Bereichen, evtl. sogar am Teichrand fühlen sie sich am wohlsten. Je sonniger der Standort, desto mehr Wasser benötigen die Pflanzen. Im Regenschatten von hohen Bäumen wird es schwierig.
Pflegen
Astilben sollten mindestens zwei Mal im Jahr mit einer ordentlichen Portion Kompost gedüngt werden, hast Du speziellen Rhododendren-Dünger, wird er gerne genommen. Kaffeesatz, wenn man welchen hat, ist ebenfalls sehr willkommen, ebenso wie eine Hand voll Rhododendron-Erde.
Im Herbst gehören sie zu denjenigen, die sich, obwohl recht frosthart, gerne unter eine Laubschicht kuscheln. Erst im Frühjahr schneide ich die Pflanzen zurück. Mulchen hält die Erde im Sommer kühl und feucht. Braune Blattränder sind meist kein Hinweis auf eine Krankheit, sondern ein Trock-enschaden.
Vermehren
Im Frühjahr, allerdings erst Anfang Mai können die Pflanzen geteilt werden. Rhizome können ebenfalls getopft werden. Da fast alle Astilben Hybriden sind, lohnt es sich nicht sie aus Samen ziehen zu wollen, das überlässt man in diesem Fall lieber den Profis. Es gibt nur wenige Samen, meist von Astilbe chinensis im Fachhandel.
Lieblings-Sorten
Astilbe glabberima ‚Hennie Graafland’, hellrosa (neue Sorte, Van Veen, NL), 40 cm, VI-VIII
Wächst tadellos auf lehmigem, neutralem, ziemlich verdichtetem Boden, eine meiner absoluten Lieblinge. Durch das dunkle Laub und die geringe Höhe ist sie sehr gut für den Beetvordergrund geeignet.
Astilbe japonica ‚Snow Drift‘, weiss, 50 cm, VI-VII
Wächst sehr langsam, wahrscheinlich zu verdichteter Boden neben großen Funkien.
Astilbe x arendsii ‚Anita Pfeiffer‘ kräftiges lachsrosa, 70 cm, VI-VIII
Astilbe Hybride ‚Chocolate Shogun‘, dunkles Laub, rosa Blüten, 60-70 cm, VI-VII
Sehr schöne aber etwas zickige Sorte, offenbar ziemlich kalkempfindlich. Nach mehrmaligem Umpflanzen wächst sie jetzt zufriedenstellend ausgerechnet neben einer Kletterrose.
Astilbe chinensis var. Taquetii ‚Purpurlanze‘, purpur-rot, 100cm, VII-VIII
Astilbe chinensis verträgt allgemein etwas mehr Trockenheit als andere Astilben. Sie ist eine bewährte, wüchsige Züchtung von Ernst Pagels.
Traum-Partner
Persönlich mag ich Hosta mit großen Blättern sehr gerne zu Astilben. Farne, Bergenien, früh blühende Herbstanemonen sind ebenso schön wie Wald- und Knäuelglockenblumen sowie schattenverträgliches Geranium, selbstverständlich auch Zwiebelblumen.
Pflegeplan
| Vorfrühling II-III | Frühling IV-V | Sommer VI-VII | Spätsommer VIII-IX | Herbst/Winter XI-I |
|---|---|---|---|---|
| RS (Ende März) | D1: Kompost, Hornspäne, Rhodo-Dünger | - | D2: Kompost | Kein RS!, Laubdecke |