Tulpen

Tulipa

(Liliaceae)

GR-Fr-St, 💧2, ☀️so-hs, 20-60 cm, IV-V

Lehmig-sandig, durchlässig, humos, pH 6-7, NPK++, Z4, 🐌!


> Tulipa humilis, Kleine Wildtulpe

> Tulipa tarda, Kleine Sterntulpe

Tulpenzwiebeln werden heute preiswert und  in verwirrend vielen Formen und Farben angeboten. Die meisten kommen natürlich aus Holland, dort gibt es berühmte Züchter mit sehr langer Tradition und Massen an Tulpenfeldern. Für die Auswahl gibt es ein paar Orientierungspunkte, die die Entscheidung für eine bestimmte Sorte erleichtern können.


  1. Gute Qualität bekommt man fast überall, aber sicher nicht dort wo Plastiktüten auf riesiegen Verkaufs-Tischen monatelang vor sich hin gammeln. Vorwiegend gibt es sie auf Blumen- und Herbstmärkten, dort auch meist sehr preiswert und in großer Sortenvielfalt. Will man spezielle Sorten, kann man bei guten Staudengärtnereien einkaufen, man bekommt in der Regel sehr große, feste, glatte Zwiebeln, wie sie sein sollen. Das gilt auch für andere Zwiebel- und Knollenpflanzen.

  2. Sehr wichtig ist die Lagerung der Tulpen - liegen sie monatelang auf einem Verkaufstisch, hat das auch Auswirkungen auf die Qualität und das merkt man dann im Frühling.

    Kauft man Tulpenzwiebeln frühzeitig anfang September,
    müssen sie bis zur Pflanzung im Oktober/November kühl gelagert werden. Ein Kübel oder eine Holzkiste mit Sand im Keller funktioniert ausgezeichnet. So können auch  Zwiebeln gelagert werden, die Du samt Laub nach der Blüte aus dem Boden genommen hast, um sie in Ruhe den restlichen Saft einziehen zu lassen.

    Bis sie vollkommen eingezogen sind, werden sie während der ersten Sommermonate im kühlen Schatten
    unter einem Strauch bedeckt mit lockerer Erde zwischengelagert. Da kommt es schon einmal vor, dass eine Zwiebel von der winzigen Waldmaus, die in unserem Gartenhäuschen wohnt, weggeschleppt wird, das gönne ich ihr. Wühlmäuse habe ich Gott sein Dank nicht. Die guten, festen Zwiebeln ohne Fäulnis, die schon 3-4 cm dick sind kommen in der heißen Zeit in die Sandkiste im Keller (Zettel mit Sorte/Farbe nicht vergessen!). Das vertrocknete Laub kommt auf den Kompost.

  3. Langlebigkeit: Die meisten großen Tulpen sind nur für eine Saison verwendbar, sie zerfallen nach der Blüte in viele winzige Brutzwiebelchen, die man bis zu sieben Jahren kultivieren müßte, um sie wieder zur Blüte zu bringen. Deshalb setze ich lieber auf langlebigen Tulpen, die jahrelang im Boden bleiben können und jedes Jahr blühen. Wildtulpen z.B., vermehren sich sogar, wenn sie an der richtigen Stelle zuhause sind.

    Läßt man sehr kleine Brutzwiebeln im Boden, kommen im Frühjahr oft nur einzelne, übergroße Blätter (im Volksmund ‚Schweinsohren‘ genannt), die ausgebuddelt werden müssen. Außerdem haben Tulpenzwiebeln die Angewohnheit, sich mit den Jahren immer tiefer in den Boden zu graben. Also besser herausnehmen!

  4. Ausreichend Düngen: Damit die größeren Sorten, so z.B. viele mittelfrühe Triumph-Tulpen, die Hybriden aus Wildtulpen und Darwin-Tulpen sind, sowie die eleganten, später im Mai blühenden lilienblütigen Tulpen müssen sorgfältig gepflanzt und bei Austrieb gut gedüngt werden, sonst setzen sie keine blühfähigen Tochterzwiebeln an. Am einfachsten geht das mit einem Zwiebelpflanzendünger.

    Animalin oder ein anderer organischer Volldünger
    ist jedoch mindestens genauso gut und trägt auch noch zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Die zweite Düngung erfolgt im Herbst, bzw. bei der Pflanzung. Ein Dünger mit höherem Kalium-Anteil, "Herbstkali" ist hierfür geeignet, gerne auch zusammen mit etwas Kompost.


Verschiedene Hybriden © garten-puk.de

Pflanzen

Humoser, sandiger Boden mit einem leicht sauren pH-Wert (6-7) ist für die meisten Sorten völlig o.k. Lange Staunässe, vor allem in nassen Wintern ist der Zwiebel Tot, das sollte nicht verhehlt werden. Sand und Kompost sind hierfür gute Helfer. Tulpen sind Starkzehrer - der Nährstoffbedarf ist ordentlich (außer bei Wildtulpen), deshalb ist Düngen bei einer Herbstpflanzung auf jeden Fall wichtig. Glücklicherweise haben Zwiebeln die Eigenschaft Nährstoffe über einen langen Zeitraum zu speichern, deshalb wäre einmaliges Düngen im Herbst auch ausreichend, nur werden meine Markierungen der Pflanzstellen immer von Kobolden entfernt, deshalb dünge ich auf jeden Fall auch beim Austrieb. Da sehe ich was alles kommt.


Für die Pflanzung im Herbst (Ende September - Anfang November) sollte die Bodentemperatur unter 14°C liegen, der Boden jedoch noch einige Zeit frostfrei sein. Schon jetzt beginnen die Wurzeln zu wachsen - ideal wäre es die Tulpen 6 Wochen vor dem Frost zu pflanzen, aber wer weiß schon so genau wann es soweit ist? Eine alte Gärtner-Weisheit sagt: Zwiebeln pflanzen, wenn die Blätter fallen. Das macht Sinn, denn die Blätter fallen bei den ersten leichten Nachtfrösten (lokal sehr unterschiedlich), bedecken den Boden und schützen ihn vor stärkeren Frösten und dem Austrocknen. Beste Voraussetzungen also für das Wurzelwachstum der Zwiebeln.


Die Pflanztiefe ist bekannt: das Loch sollte 2-3 mal so tief sein, wie die Zwiebel hoch, der Pflanzabstand beträgt je nach Größe der Zwiebeln von 8cm - 15cm. Wer es mit Wühlmäusen zu tun hat, muß die Zwiebeln in Drahtkörbchen setzen (Kunststoff ist für die Nager kein Hinderniss). Nach dem Einpflanzen muß gegossen werden - und normalerweise nur das eine mal, damit die Wurzelplatte der Zwiebel guten Kontakt mit dem Boden bekommt und das Wachstum angeregt wird.


Pflegen

In der Wachstumsphase, müssen die Tulpen bei Trockenheit gegossen werden, da beißt die Maus keinen Faden ab. Tulpen können - samt Wurzelbereich - auch noch im Frühjahr versetzt werden - manchmal wächst ein Teil doch nicht da, wo es paßt. Auch das gilt für alle Zwiebelpflanzen, z.B. auch für Schneeglöckchen. Das ist ungemein praktisch, weil man nur im Frühling sieht, wo was wächst und blüht. Im Herbst tut man sich damit wesentlich schwerer.

Die abgeblüten Köpfe werden auf jeden Fall entfernt. Bleiben die Zwiebeln im Boden, kann man die Tulpen bodennah abschneiden, sobald das Laub gelb und trocken geworden ist.


Damit man dauerhaft Freude an den Tulpen hat, sollte man auch bedenken, dass das einziehende Laub bei Sorten, die im Boden verbleiben längere Zeit irgendwie kaschiert werden muss. Bei kleinen Sorten und Wildtulpen ist das kein Problem, bei größeren sollte man überlegen, etwas passendes im Vordergrund zu pflanzen.

Vermehren

Tulpen vermehren sich nur durch Brutzwiebeln sortenrein. Willst Du Tulpenzüchter werden, musst Du sieben dunkle Jahre überstehen, bis aus einem Samen eine blühfähige Zwiebel wird. Erst dann weißt Du, ob sich die Mühe gelohnt hat, denn die neue Tulpe muss keineswegs so aussehen, wie die Mutterpflanze. Das überlasse ich lieber einem Profi.


Meine Erfahrung mit Tulpen ist, daß sich Interessen und Geschmack im Laufe der Zeit ändern. Nach vielen Jahren käme ich heute nicht mehr auf die Idee riesige Papageien-Tulpen zu pflanzen. Die kleinen, zierlichen Sorten haben es mir vielmehr angetan und knallbunt muss es auch nicht sein.

Lieblings-Sorten

Tulipa kaufmanniana ‚Heart´s Delight‘, (Seerosentulpe) warmes Rosa, 25 cm, III-IV

Tulipa kaufmanniana ‚Ice-Stick‘, (Seerosentulpe) reinweiß, 25 cm, III-IV


Tulipa bakerii ‚Lilac Wonder‘ (Kretische Felsen-Tulpe) gelb-lila, 15-20 cm, IV

Braucht volle Sonne und humose Kalkböden (am besten nach Blüte trocken einlagern)


Tulipa praestans ‚Shogun‘ (Mehrblütige Wildtulpe), helles orange, 20-40 cm, so-hs, IV-V

Durchlässige Böden, ein lang blühendes Frühlingsfeuerwerk!


Tulipa fosteriana ‚Purissima‘, weiß, duftend, 40 cm, IV

Tulipa fosteriana ‚Orange Emperor‘, leuchtendes, helles Orange, duftend, 40 cm, IV

Tulipa fosteriana ‚Sweetheart‘, gelb-weiß, duftend, 40 cm, IV


Tulipa clusiana ‚Annika‘, warmes rosa, 25 cm, IV

Die Farbe wechselt von hellem Rot zu Aprikosen-gelb während der langen Blütezeit, eine sehr schöne Tulpe! Blüht früh im April.


>Tulipa humilis (Kleine Wildtulpe), 20 cm, so-hs, IV

>Tulipa tarda (Wild-Tulpe), 15 cm, so, III-IV


Tulipa batalinii (Zwerg-Tulpe) ‚Bright gem‘, 15-20 cm, hellgelb, so-hs, IV-V


Tulipa sylvestris (Weinberg-Tulpe), gelb, so-abs, 40 cm IV-V

Zum Verwildern geeignet, auf trockenen Wiesen bei Austrieb gießen und etwas düngen! Ungedüngt wird auch sie im Laufe der Jahre immer kleiner bis sie ganz verschwindet.


Tulipa viridiflora, (grün-geflammte Blüten) z.B. ‚Artist‘ grün-rosa, 40-50 cm, so-abs, V

Blüht spät und sehr lange!


Triumph-Tulpe (eine bestimmte Art der Darwin-Hybriden), z.B. ‚Couleur Cardinal‘, dunkles bläuliches Rot, 40 cm IV-V

‚Negrita‘, schwarz-lila, ‚Purissima‘, reinweiß, ‚Prinses Irene’, sehr bekannt, orange-lila oder ‚Apricot Beauty’, bewährte, ältere mittelfrühe Sorten in kräftigen Farben, robuste, kräftige Stiele, sehr standfest, immer wieder schön!


Lilienblütige Tulpe, ‚Triumphator‘, reinweiß, 40-50 cm, V

Lilienblütige Tulpe, ‚Flashback‘, helles gelb, 40-50 cm, V

Lange Blüte, Sorten in allen reinen Farben, sehr hohe, elegante Sorten.


Späte, gefüllte Hybriden, z.B. ‚Angelique‘, helles rosa, ‚Uncle Tom‘, tiefrot, 40 cm V

Tulpe 'Triumphator' / Weinberg-Tulpe © garten-puk.de

Traum-Partner

Oft eignen sich andere Frühjahrsblüher als Partner - entweder um die Blüte abzuwechseln, oder um farbliche Effekte zu generieren. Weiße Partner sind deshalb häufig eine gute Wahl. 


Im April blühen ebenfalls: Traubenhyazinthen, Bärlauch, Lerchensporn, Nelkenwurz, Lenzrosen, Salomonsiegel, Lungenkraut, Blausternchen, Thymian, Waldsteinie, und frühe Narzissen.


Im Mai sind die lilienblütigen Tulpen oder die prächtigen gefüllten späteren Sorten sowie die Papageientulpen an der Reihe, da ist die Auswahl der Partner unerschöpflich. Besonders romantisch finde ich Rhododendren, Tränende Herzen und weiße Tulpen (oh, oh, ooooh!). Leider mögen die Tulpen den sauren Boden nicht, deshalb muss man sie nach der Blüte unbedingt herausnehmen.


Vorfrühling II-III Frühling IV-V Sommer VI-VII Spätsommer VIII-IX Herbst/Winter X-I
D: Animalin bei Austrieb D: Animalin bei Austrieb Einziehen lassen, Einlagern - Pflanzen, D: Herbst-Kali