Stern-Tulpe
Tulipa tarda
(Liliaceae)
Eine der schönsten Wildtulpen ist immer noch die kleine Stern-Tulpe. Sie blüht erst Ende April, dafür wochenlang, hat schönes, im Austrieb rötliches Laub und gehört zu den robusteren Sorten, die in steinigen oder sandigen Flächen schöne Akzente setzen.
Was angeboten wird, hat teilweise schon einige Jahre der Zucht hinter sich. Eine meiner Lieblingssorten, die Wildtulpe ‚Little Beauty‘ (Tulipa pulchella humilis ‚Little Beauty‘) gibt es schon seit einiger Zeit für wenig Geld zu kaufen. Ich mag sie, weil sie auch im Halbschatten auf etwas saurem Boden jedes Jahr ein paar Blüten mehr bekommt und dort gerne verwildert.
Zum Austrieb des Waldgeißbarts und der Farne sehen sie bezaubernd aus und können, wenn die anderen ihre graziösen Blätter über sie breiten, in aller Ruhe einziehen. ‚Little Beauty’ ist offenbar eine Kulturform einer Wildtulpen-Art Tulipa humilis, die in der Türkei, im Iran, Irak und Aserbeidschan auf steinigen Hügeln wächst. Bei mir wächst sie in meiner ‚Waldecke‘ unter den dortigen Stauden - und weil der Boden dort etwas sauer ist, bekommt sie auch ein wenig Dünger und Kalk. Dem Wurzeldruck hält sie locker stand. Das alles ist für eine Wildtulpe sehr ungewöhnlich, zugegeben, aber wenn es ihr dort gefällt, habe ich nichts dagegen.
Pflanzen
Die Sterntulpe kann zwischen niedrigem Sedum und Steinen gepflanzt werden. Die rosa-weiß-grün gestreiften schmalen Blätter wirken wie ein niedlicher kleiner Gras-Schopf und verschwinden relativ unauffällig wieder nach der Blüte.
Natürlich können die kleinen gelblichen Zwiebelchen nach der Blüte herausgenommen und jedes Jahr neu gepflanzt werden. Sie ist sogar für eine mehrjährige Bepflanzung flache Schalen geeignet.
Die Zwischenlagerung kleiner Zwiebeln über den Sommer erfordert allerdings Sorgfalt, sie dürfen nicht schimmeln und nicht vertrocknen. Ein Kunststoff-Eimer mit Deckel und trockenem Sand eignet sich dafür sehr gut. Papiertüten sind ungeeignet, Plastiktüten auch.
Pflegen
Wenig Düngen und keine andauernde Nässe. Stern-Tulpen sind kontinentales Klima, also strenge Winter und trockene Sommer gewöhnt, Du darfst ihnen also schon stärkere Fröste und trockene, heiße Sommer zumuten.
Vermehren
Tochterzwiebeln bilden sich von selbst. Die können natürlich auch versetzt oder zunächst einmal in Schalen kultiviert werden. Die Samenkapseln sind relativ groß und ebenfalls sehr hübsch. Wie lange es dauert bis sich aus Samen blühfähige Zwiebeln entwickeln konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Lieblings-Sorten
Da gibt es nur eine:
Tulipa tarda, Stern-Tulpe, weiss-gelb, 10 cm, IV-V
Traum-Partner
Kombiniert mit Sedum Album ‚Coral Carpet‘, das die Blattreste der einziehenden Tulpen langsam überwuchert, Ornithogalum umbellatum (Milchstern, Stern von Bethlehem), Sedum cauticola ‚Robustum‘ (Pflaumenfetthenne) leuchten die kleinen Sterntulpen um die Wette.
| Vorfrühling II-III | Frühling IV-V | Sommer VI-VII | Spätsommer VIII-IX | Herbst/Winter XI-I |
|---|---|---|---|---|
| - | D: wenig Kompost | - | - | D: Kompost, Herbstkali |