Zwerg-Schlangenhaut-Kiefer, Bosnische Kiefer

Pinus leucodermis / heldreichii

(Pinaceae)

GR-Fr,💧1-2, ☀️so-hs, 60-350 cm, V-VI

Lehmig-steinig, humos, pH 7+, NPK++(+Ca), Z6,  🐌

Wenigstens ein Nadelgehölz wollte ich in Sichtweite unserer Terrasse haben, alle anderen Gehölze in unserem Garten gehören den Vögeln und Insekten. Es sollte eine edle Kiefer sein, harzig duftend und wunderschön malerisch im Wuchs. Glücklicherweise wächst in Südeuropa eine Art, die es auch im Topf einige Zeit aushält und mit wenig Winterschutz zufrieden ist.

Pinus leucodermis, Zwerg-Schlangenhaut-Kiefer / Bosnische Kiefer pflanzen und pflegen

Die Sorte Pinus leucodermis ‚Compact Gem‘, ist eine Zwergform der Pinus heldreichii, einer Art die schwerpunktmäßig in den steinigen Bergwäldern Bosniens vorkommt, aber nicht nur dort. Bei uns wie in unseren Nachbarländern zählt sie seit der Einführung in den 60ger Jahren zu den zuverlässigsten südländischen Pinien und wird häufig im Garten und Landschaftsbau eingesetzt.


Sie wächst langsam, kompakt und dunkelgrün, wobei sie ausgepflanzt bis zu 350 cm hoch wird aber das dauert. Für die erste Zeit setzt die kleine Pinie in einem schönen, großen Topf dunkle, kühle Akzente auf unserer südländisch anmutenden Terrasse.

Pflanzen

Die Pinie besitzt eine dünne Pfahlwurzel, mit der sie sich an Felswänden fest verankern kann. Das sagt mir, dass der Topf höher als breit sein sollte und dass das Substrat strukturstabil und sehr durchlässig sein muss. Regenwasser muss also komplett und schnell abfließen. 


Seit mir ein kundiger Gärtner sogenannte ‚Dauertrogerde‘  mit einem hohen Anteil an Tongranulat, Lava und vielen mineralischen Bestandteilen sowie Holzfasern wärmstens empfohlen hat, ist das kein Problem mehr (dem Mann bin ich heute noch dankbar). Ich selbst wäre nie darauf gekommen Pflanzen in eine 'Erde' zu setzen, die aussieht wie die ur-alten Aschebahnen für Lauf-Atlethen. Ein paar zerschlagene Tonscherben von alten Blumentöpfen ganz unten sorgen dafür, dass der Wasserablauf nicht verstopft. Das Substrat erfüllt alle Anforderungen der Kiefer, die einen frischen, durchlässigen und gleichzeitig humosen Boden schätzt. Kalk oder Steinmehl kann noch zusätzlich verabreicht werden, wenn der pH-Wert nicht stimmt, denn Kiefern lieben Kalk!


Kalkhaltigen Boden habe ich auf der Südseite des Gartens, so dass ich ihr auch einen Platz bieten kann, wenn ich sie auspflanzen möchte. Der Strauch ist nicht ganz billig, deshalb musst Du Dir genau überlegen wohin er paßt und wo er seinen wunderschönen Wuchs entfalten darf. Pinus leucodermis kann sehr, sehr alt werden und das möchte ich ihr auch ermöglichen. 


Noch ein Tipp: verwende keine unglasierten, dicken Terracotta-Töpfe, so schön sie auch sind - sie saugen sich bei längerem Regen so voller Wasser, dass sie sehr lange kühl und nass bleiben, das mag die Kiefer nicht! Hitze und Sommertrockenheit sind für sie in der Regel kein Problem.


Pflegen

Die kleine Pinie sowie ihre großen Schwestern sind sehr trockenheitsresistent, wenn also gelbe Nadeln entstehen, liegt dies eher an zu viel als zu wenig Wasser. Wochenlanger Sommerregen kommt gelegentlich vor und schadet in der Regel nicht, wenn das Wasser ordentlich abfliessen kann. Noch besser ist es, das große Gefäß auf eine Rollplatte zu stellen, bei Dauerregen kann es dann im überdachten Teil der Terrasse stehen oder in den Regenschatten an die Wand gezogen werden.


Dünger benötigt sie im Topf sehr wohl aber nicht sehr viel. Etwas Algen-Kalk ist gut, jedoch kein Bittersalz (Magnesium-Sulfat, dies senkt in der Regel den pH-Wert des Bodens und kann Probleme noch verstärken). Ein ausgewogener Flüssigdünger tut das nötigste. Besser ist es, den pH-Wert nach dem Umtopfen, das nur alle paar Jahre fällig wird, zu prüfen. Idealerweise liegt er bei 7+, ist also neutral oder ein wenig basisch. Gegossen wird wenn nötig mit Leitungswasser.


Gelegentlich schleichen sich Wollläuse ein - dagegen hilft Gießen mit Neem-/Niemöl-Produkten, die es mittlerweile endlich in jedem Garten-Center gibt. Für mich gibt es nichts besseres und pflanzenverträglicheres.


Vermehren

… soll über Stecklinge und Samen möglich sein, beides habe ich noch nie ausprobiert.

Überwintern/Schneiden

Die Pinie ist ausreichend winterhart (bis - 23°C) aber das ist im Topf immer so eine Sache und kann nicht mit einem ausgepflanzten Baum verglichen werden. Ich stelle den Topf ans Haus und umhülle die Pflanze mit Fließ, wenn die Temperaturen weiter als 5°C in der Nacht sinken, das ist schnell gemacht und schnell wieder beseitigt.


Ein Schnitt erübrigt sich in der Regel. Sogar altes, abgestorbenes Holz sieht noch malerisch an diesen Bäumchen  aus! Soll mehr Verzweigung erreicht werden, können nach der Blüte im Mai einzelne Kerzen herausgebrochen werden.

Lieblings-Sorten

Pinus leucodermis ‚Compact Gem‘ (Zwerg-Schlangenhaut-Kiefer) hellgelbe Blüte, 60-350 cm, V-VI

Der Zuwachs pro Jahr kann 10 cm, bei größeren Bäumen bis ca. 25 cm betragen, das ist vom Standort, Wetter und vielen anderen Faktoren abhängig.

Traum-Partner

Große wärmende Steine, Lavasplit als ‚Mulch‘, wäre ideal, dafür gibt es einige Südländer, die in gehörigem Abstand in Frage kommen, z.B. Salvia officinalis, Katzenminzen, Rosmarin und Lavendel. Kalkliebende Gräser wie Pennisetum kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Auf der absonnigen Seite würde ich es einmal mit Cypripedium probieren wollen … oder mit Epimedium? Iris barbata sehen vor dunklem Hintergrund sehr elegant aus.



Vorfrühling II-III Frühling IV-V Sommer VI-VII Spätsommer VIII-IX Herbst/Winter XI-I
D: Kompost, min. Dünger, Algenkalk - RS nach Blüte möglich - Keine Winternässe zulassen (ggf. Boden abdecken)