Bergbohnenkraut (Kaskaden-Thymian)
Satureja montana / Thymus longicaulis
(Lamiaceae)
Fr-St, 💧1-2, ☀️so, 10-30 cm, VIII-IX
Sandig-Steinig, wenig humos, pH 7+, NPK + (+Ca), Z6,
🐌
Das Kraut, das familiär den Lippenblütlern zugeordnet wird, ist soweit ich herausfinden konnte eigentlich ein Thymian, genauer
Thymus longicaulis, wird aber
regelmäßig als Berg- oder Winter-Bohnenkraut verkauft. Im Geschmack ist es schärfer als als das einjährige Bohnenkraut, kann aber vorsichtiger dosiert genauso zu Bohnen und Kartoffeln gegeben werden. Ich liebe es nicht als Gewürz, sondern als zauberhaften Bodendecker für die kargen, sonnigen Stellen am Beetrand.
Thymus longicaulis / Satureja montana, Kaskadenthymian © garten-puk.de
Im Gegensatz zu vielen anderen mediteranen Kräutern verträgt er Winternässe erstaunlich gut. Sicher, es kommt vor, dass von einem wundervoll duftenden Teppich nur noch ein paar halbverfaulte Stängel die kalte Jahreszeit überstehen, aber das lässt sich schnell durch Nachpflanzen reparieren. Die Pflanze ist einfach zu schön und der Duft zu köstlich um lange darauf zu verzichten.
Pflanzen
Bergbohnenkraut liebt kalkhaltige Böden und trockene Standorte, deshalb war die Pflanzung im Halbschatten auf magerem, verfestigtem Boden ein kleines Experiment. Ich habe nur mit wenig sehr reifem Kompost nachgeholfen. Dort wächst er nun schon seit etlichen Jahren und hat einen unaufgeregten, verträglichen Ausbreitungsdrang, gegen den ich nichts einzuwenden habe.
Wegen seiner Blattlaus-Feindlichkeit werde ich das Kraut auch noch im Hochbeet neben den kleinen Buschbohnen pflanzen, mal sehen, wie es zurechtkommt.
Um die schwarze
Bohnenblattlaus zu vertreiben, kann ein Tee der Pflanze gespritzt werden. Das Kraut soll sogar Motten und Silberfischchen vertreiben (Zweige zwischen die Wäsche legen).
Pflegen
Dichter Lehmboden sollte mit Sand und Kies aufgelockert werden und etwas Algenkalk ab und an tut ihm sichtlich gut, ansonsten sollte man sich, wie bei allen Kräutern dieser Art, mit dem Düngen zurückhalten, wenig Kompost im Frühjahr reicht vollkommen. Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr schadet nicht, muss aber auch nicht sein, es kommt ganz darauf an, wie die Pflanze sich etabliert.
Ernten sollte man es kurz vor oder während der Blüte, der Gehalt an ätherischen Ölen ist dann am höchsten. Dazu werden die Zweige luftig und schattig zum Trocknen aufgehängt und die Blätter trocken abgerebbelt. Ist das Kraut gut etabliert, kann man es ganzjährig frisch ernten. Es wächst stark genug um dies auch schon mit einer Pflanze zu gewärleisten.
Vermehren
In der frostfreien Zeit kann das Kraut leicht direkt ausgesägt werden, alternativ kann man es in Schalen vorziehen (Lichtkeimer). Auch Stecklinge funktionieren gut.
Lieblings-Sorten
Satureja montana subsp. montana, rosa oder weiß, 10-30 cm, VIII-IX
Satureja montana var. citriodora, weiß, 20-30 cm, VIII-IIX
Der Duft der Pflanzen variiert mitunter, öfter mal erinnert der Duft an Zitronen, so entstand auch diese Auslese.
Satureja spicigera (Kriechendes Berg-Bohnenkraut) weiß, 15 cm, VIII-X
Traum-Partner
Santolina rosmarinifolia oder silberlaubige Kräuter, Satureja spicigera (ähnlich wüchsig) oder in Kombination mit vielen anderen schmucken Thymiansorten die es gibt.
| Vorfrühling II-III | Frühling IV-V | Sommer VI-VII | Spätsommer VIII-IX | Herbst/Winter X-I |
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| RS | D: wenig Kompost | - | - | - |