Heidelbeeren
Vaccinium angustifolium/corymbosum
(Ericaceae)
GR,💧2-3, ☀️so-hs, 50-180 cm, V
Sandig, sehr humos, pH 5-6,5, NPK++(-Ca), Z6,
🐌
Generell gehören Heidelbeeren zu den
Heidekrautgewächsen und mögen keinen kalkhaltigen Boden. Der pH-Wert sollte für unsere
einheimischen Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) bei
4,5 - 5 liegen, das ist ziemlich sauer und lässt sich nicht isoliert in einem Hausgarten darstellen, es sei denn, man hat ein mooriges Heide- oder Waldgrundstück. Sie sind außerdem allesamt
Flachwurzler und gedeihen im lichten Unterholz.
Vaccinium angustifolium/corymbosum © garten-puk.de
Kulturheidelbeeren sind meist amerikanischer Abstammung, selbstfruchtend, mit großen Beeren und hellem,
sehr aromatischem Fruchtfleisch. Von diesen ist hier die Rede. Die heimischen kleinen Waldheidelbeeren sind dunkelfleischig, nicht so aromatisch, enthalten dafür jedoch weit mehr Vitamine und Mineralstoffe und gehören zu den alten Heilflanzen. Gott sei Dank wachsen viele davon wild in den umliegenden Wäldern.
Pflanzen
Kulturheidelbeeren lassen sich auf leicht saurem, locker-humosem Boden pflanzen und halten sich dort auch einige Jahre. Der Ballen wird 2-3 cm über dem Erdniveau gepflanzt, keinesfalls zu tief. Damit der Flachwurzler nicht austrocknet, muss er vorzugsweise mit Nadelmulch abgedeckt werden. Mit der Zeit bildet die Heidelbeere im Mulch neue Wurzeln. Liegt der Pflanzplatz auch noch im Halbschatten, wo die Erde nie ganz austrocknet, können die Stöckchen sehr lange aushalten und tragen auch reichlich Früchte.
Pflegen
Gedüngt wird mit Hornspänen und etwas Rhododendrondünger, einmal im April und einmal im Mai. Damit sich Heidelbeeren wohlfühlen, benötigen sie wie die meisten Pflanzen einen Symbionten, nämlich spezielle Mykorrhiza-Pilze, die manchmal auch in Rhododendron-Erde und Dünger enthalten sind. Die selben Pilze werden auch von Vogelbeerbäumen (Ebereschen) und anderen Waldrandpflanzen wie Wald-Anemonen, sehr geschätzt. Diese Pilze sind bei mir sicher vorhanden, da alle genannten Pflanze gerne bei mir wachsen und sich vermehren.
Winterschutz benötigen Heidelbeeren nicht, nur späte starke Fröste ohne Schneedecke, wie sie bei uns manchmal sogar noch im April vorkommen, vertragen die jungen Austriebe nicht. Wer die Ernte retten will muss an solchen Nächten ein Fließ über die Büsche breiten.
Vermehren
Heidelbeeren können durch Stecklinge vermehrt werden. Dazu werden im Juli neue (also im selben Jahr gewachsene), unverholzte Triebe geschnitten, in Bewurzelungspulver getaucht und in Anzuchterde gesteckt. Ob sie im Garten nach einem Jahr tatsächlich überlebensfähig sind, kann ich noch nicht sagen.
Lieblings-Sorten
BrazelBerry 'Pink Breeze’®. Die Kulturheidelbeere aus Oregon ist ‚reichtragend, wächst kompakt und wird bis maximal 90 cm hoch‘ - nicht bei mir. Eine der Pflanzen ging nach 2 Jahren ein. Komischerweise fühlt sich eine zweite Pflanze recht wohl, blüht von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlichzwar aber der rosa Frühjahrsaustrieb und die schöne Herbstfärbung sowie der lockere Wuchs gefallen mir gut.
Inzwischen gibt es Dutzende von leicht kultivierbaren Sorten, die sich viel besser für einen Hausgarten eignen. Die Sorten der Marke BrazelBerry® sind doch eher zur Zierde gedacht und für Tröge geeignet. Außerdem werden die Früchte noch vor der Reife von Gartenbewohnern aller Art verspeist.
Vaccinium corymbosum ‚Reka‘ oder ‚Blueray‘, weiß, 120-180 cm, V
Vaccinium angustifolium ‚Pink Breeze‘ (BrazelBerry®), weiß, 60 cm, V
Traum-Partner
Die besten Begleitpflanzen für Heidelbeeren sind Heidelbeeren. Auch bei selbstfruchtenden Sorten steigt der Ertrag, wenn man unterschiedliche Sorten pflanzt, auch die Erntezeit kann dadurch gestaffelt werden.
Gute Partner sind andere Beeren, die einen sauren Boden lieben, wie Cranberries (Moosbeere) und Preiselbeeren. Azaleen, Heidekraut und Farne, vielleicht kleine Funkien - keine großen Funkien, da sie dem Boden viele Nährstoffe entziehen.
| Vorfrühling II-III | Frühling IV-V | Sommer VI-VII | Spätsommer VIII-IX | Herbst/Winter X-I |
|---|---|---|---|---|
| Schutz vor Kahlfrost | Rhodo- Erde und -Dünger | Mulchen (Rindenhumus) | - | Anhäufeln (Flachwurzler) |